Genießen
Nicht wie viel wir haben, macht uns glücklich, sondern wie sehr wir es genießen.
Charles Haddon Spurgeon
Nicht wie viel wir haben, macht uns glücklich, sondern wie sehr wir es genießen.
Charles Haddon Spurgeon
Dass Menschen mit einem hohen Einkommen zufriedener sind als Menschen mit einem niedrigen, ist in der Glücksforschung gut dokumentiert. Doch wie stark hängt es von der Persönlichkeit ab, in welchem Ausmaß Geld die Zufriedenheit eines Menschen beeinflußt? Die Psychologen Christopher Soto vom Colby College in Waterville, USA, und Maike Luhmann von der Universität Chicago haben das nun in Bezug auf die fünf Hauptdimensionen der Persönlichkeit, die Big Five, erhoben: Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrungen, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit. Die Analyse ergab, dass neurotische Menschen emotional besonders vom Geld abhängen, im positiven wie im negativen Sinne. Neurotiker empfinden mehr Angst und Unsicherheit als ausgeglichene Menschen und reagieren generell stärker auf negative Erlebnisse. Zudem sind sie stimmungsmäßig stärker von ihrem sozialen Umfeld abhängig, weshalb der Ärger, weniger zu verdienen als andere, besonders die Neurotiker beeinträchtigt.
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„Das glücklichste Los ist die Entbindung von Tun und Lassen.“
Arthur Schopenhauer
Kürzlich kritisierte ich den Artikel “Die Wohlfühl-Falle” im Harvard Business Manager als Beispiel für unnütze Experimente von Ökonomen, die nichts beweisen. Nun legen zwei Ökonomen nach: “Was nicht mathematisch formuliert und quantitativ-statistisch behandelt wird, gilt als minderwertig. Konkrete, den Menschen und die Gesellschaft betreffende Probleme werden dagegen oft vernachlässigt”, bemängelt Bruno S. Frey. Und Mathias Binswanger ergänzt, dass die Mainstreamökonomen mathematische “Gleichgewichtsmodelle” bevorzugen, die “nur für fiktive Idealwelten (funktionieren), in denen weder Geld noch Zeit eine echte Rolle spielen und wo Menschen sich auf Nutzenfunktionen reduzieren lassen, die mit ihrem tatsächlichen Verhalten nichts zu tun haben.”
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Im “tazlab” wird Pascal Bruckner am Samstag mit Isolde Charim über den “Fanatismus der Apokalypse” diskutieren. Der französische Essayist greift die puritanische Verzichtsethik vieler Ökos an, die im Namen des “guten Lebens” Askese predigen. Die Ökomoral ist eine neue Variante des Schuldbewusstseins und der totalitäre Versuch, sich in die intimsten Aspekte des Daseins einzumischen. “Dem darf Europa ebenso wenig nachgeben wie den Einflüsterungen des Finanzkapitals oder der religiösen Intoleranz.” Es ist nicht die Aufgabe der Ökologie, die Annehmlichkeiten des Fortschritts in Frage zu stellen oder sie anderen nicht zu gönnen, sondern sie mit Respekt für den Planeten zu vereinbaren.”
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“Auch kleine Freuden trüben die eigene Urteilskraft”, behaupten Theresa Michl und Arnold Picot im Harvard Business Manger (4/12) – und warnen vor der “Wohlfühl-Falle”. In Experimenten wollen sie bewiesen haben, dass gut gelaunte Manager risikoreichere Entscheidungen treffen. Zwar raten sie Führungskräften nicht davon ab, “sich über alltägliche Dinge des Lebens zu freuen”, aber sie raten “sich bewußt zu machen, wie sehr Emotionen und Affekte das Führungsverhalten prägen.” Ist die streng puritanische Affektkontrolle wirklich das Rollenvorbild für den Manager? – würde das stimmen, dann hätten Fußballtrainer wie Jürgen Klopp oder Giovanni Trappatoni nie Erfolg haben können.
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“Ein Tag am Meer, eine Nacht unterm Sternenhimmel können ein Glückserlebnis sein. Ökonomen beschäftigen sich beruflich eigentlich nicht mit solch emotionalen Empfindungen”, so beginnt Jan Grossarth in der FAZ seinen kritischen Beitrag zur Glücksforschung. Emotionen sind unerwünscht in der Ökonomie. Warum eigentlich, wenn doch der Konsument und der Börsianer (Kostolany: “Die Hälfte der Börse ist Psychologie”) sehr emotional handeln?
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Die Vereinten Nationen hielten am 2. April in New York auf Einladung Bhutans die Tagung „Glück und Wohlbefinden: Definition eines neuen ökonomischen Paradigmas“ ab – mit mehr als 600 Teilnehmern aus aller Welt. Der bhutanesische Premierminister Jigmi Y. Thinley betonte: „Das BIP-getriebene Entwicklungsmodell bedingt grenzenloses Wachstum auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen. Das ist ökonomisch nicht länger sinnvoll.“ Und: “The purpose of development must be to create enabling conditions through public policy for the pursuit of the ultimate goal of happiness by all citizens.” Bereits im Juli 2011 hatte die UNO Generalversammlung auf Drängen Bhutans die Resolution 65/309 verabschiedet, die einen ganzheitlichen Ansatz für Entwicklung unterstützt, um individuelles Wohlbefinden zu ermöglichen.
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“Es gibt keinen größeren Schmerz als sich im Elend ans eigene Glück zu erinnern”
Marlene Dietrich
„Die Behandlung von Gemütszuständen, die das Leben unglücklich machen, hat die Aufgabe in den Hintergrund gedrängt, sich vermehrt mit Gemütszuständen zu befasssen, die das Leben lebenswert machen. Aber die Menschen wollen mehr als nur ihre Schwächen korrigieren. Sie wünschen sich ein Leben, das mit Sinn erfüllt ist, und wollen sich nicht bloß abstrampeln, bis sie tot umfallen.“
Martin Seligman